
Fotosafari mit Herz: Ein kleines Wettrennen verändert alles
Ein weiterer Teil unseres Fotoworkshops in einem Massai-Dorf führte uns zu den Kindern. Als wir ankamen, standen viele von ihnen zunächst schüchtern vor uns. Die Gesichter ernst, die Körperhaltung steif – verständlich, denn plötzlich waren da fremde Menschen mit großen Kameras und Objektiven.
Doch genau solche eingefrorenen Gesichtsausdrücke wollte ich nicht fotografieren. Ich wollte echte Emotionen, Lebensfreude und Bilder, die einen authentischen Moment erzählen.
Also fragte ich die Lehrerin um Erlaubnis und organisierte kurzerhand ein kleines Wettrennen. Immer zwei Kinder traten gegeneinander an. Keine komplizierten Regeln, keine lange Vorbereitung: Auf die Plätze, fertig, los!
Und dann geschah das, was keine Regie der Welt besser hätte inszenieren können. Das Eis war innerhalb weniger Minuten gebrochen. Aus schüchternen Blicken wurden breite Grinsen, aus versteinerten Gesichtern pure Lebensfreude. Die Kinder rannten, lachten, feuerten sich gegenseitig an – und wir Fotografen hatten mindestens genauso viel Spaß.
Plötzlich waren die Kameras Nebensache. Wir waren einfach gemeinsam mittendrin in einem fröhlichen Spiel.
Die fünf Bilder, die ich hier zeige, sind dabei entstanden. Für mich zeigen sie sehr schön, dass gute Menschenfotografie nicht nur mit Kameraeinstellungen zu tun hat. Manchmal braucht es einfach eine Idee, etwas Vertrauen – und zwei Kinder, die unbedingt schneller sein wollen als das andere.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.




