
Zwischen Sonnenaufgang und Baobab – auf Wiedersehen, Afrika
Vielleicht sind es gerade die stillen Momente, die am längsten in uns weiterleben.
Das erste dieser beiden Bilder entstand bei Sonnenaufgang in der Serengeti. Die Paviane hatten die Nacht hoch oben in den Bäumen verbracht. Mit dem ersten Licht erwachte die Savanne – und einer nach dem anderen kletterten sie hinunter, hinein in einen neuen afrikanischen Tag.
Das zweite Bild entstand im Tarangire Nationalpark. Ein mächtiger, uralter Affenbrotbaum vor einem Himmel, der noch einmal alle Farben Afrikas zu versammeln schien. Heute haben wir unter einem solchen Baobab unseren letzten Sundowner dieser Fotosafari getrunken.
Um den Baobab ranken sich in Afrika viele Legenden. Eine erzählt, dass er einst aus der Erde gerissen und verkehrt herum wieder eingepflanzt wurde. Deshalb sehen seine kahlen Äste aus, als würden seine Wurzeln in den Himmel greifen.
Was für ein schönes Bild für einen Abschied.
Denn vielleicht lassen auch wir bei jeder Reise ein paar unsichtbare Wurzeln zurück. An Orten, die uns berührt haben. Bei Menschen, denen wir begegnet sind. Und in Augenblicken, die längst vergangen sind und trotzdem in uns weiterleben.
Morgen Abend fliegen wir zurück nach Europa. Vielleicht schaffe ich es vorher noch, Euch ein paar Bilder aus Tansania zu zeigen. Falls nicht, sollen diese beiden Fotografien mein leises Auf Wiedersehen an Afrika sein.
Nicht traurig. Sondern dankbar.
Denn wer einmal sein Herz an Afrika verloren hat, verabschiedet sich eigentlich nie ganz.
Man sagt nur:
Bis zum nächsten Mal.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.

