
Chantalle, die Dschungel-Diva – Die lustigste Begegnung auf meiner Borneo-Fotosafari
Wie eine Makaken-Teenagerin den Orang-Utans die Show stahl
Heute Morgen bin ich durch mein Bildarchiv gegangen. Dabei stieß ich auf eine Bildserie, die ich im vergangenen Jahr während unserer Fotosafari auf Borneo aufgenommen habe.
Kaum erschienen die ersten Fotos auf meinem Bildschirm, musste ich grinsen. Beim nächsten Bild wurde daraus ein Schmunzeln. Und nach wenigen Sekunden saß ich tatsächlich laut lachend vor meinem Computer.
Da wurde mir klar: Diese Geschichte muss ich einfach noch einmal erzählen.
Vielleicht hast du sie im vergangenen Jahr verpasst. Falls nicht, freue ich mich, wenn du sie noch einmal mit mir erlebst. Manche Geschichten werden schließlich nicht schlechter, wenn man sie ein zweites Mal hört. Im Gegenteil – manchmal entdeckt man dabei neue Details, über die man genauso herzlich lachen kann wie beim ersten Mal.
Von all den Begegnungen, die ich in den vergangenen drei Jahrzehnten in der Wildnis erleben durfte, gehört diese ohne jeden Zweifel zu den schönsten.
Eigentlich wollten wir nur Orang-Utans fotografieren
An diesem Tag waren wir im Regenwald von Borneo unterwegs. Die Luft war warm und schwer, überall duftete es nach feuchter Erde, und aus allen Richtungen erklangen die Stimmen des Dschungels.
Über unseren Köpfen bewegten sich Orang-Utans gemächlich durch die Baumkronen. Genau ihretwegen waren wir hier. Jeder von uns hatte sein Teleobjektiv auf die beeindruckenden Menschenaffen gerichtet und wartete geduldig auf den perfekten Moment.
Die Bühne gehörte den Orang-Utans.
Das dachten zumindest wir.
Dann erschien sie
Wie aus dem Nichts sprang eine junge Makakin auf einen Ast – voller Energie, neugierig und ganz offensichtlich mitten in ihrer pubertären Phase.
Ich gab ihr spontan den Namen Chantalle.
Nicht, weil ich etwas gegen diesen Namen hätte, sondern weil sie sich innerhalb weniger Sekunden wie eine Jugendliche benahm, die beschlossen hatte, heute den gesamten Urwald zu ihrer persönlichen Bühne zu machen.
Man konnte ihr förmlich ansehen, was sie dachte:
„Moment mal! Warum fotografieren die alle diese rothaarigen Kletterer? Habt ihr mich überhaupt schon bemerkt?“
Die Show begann
Chantalle kletterte ein paar Meter höher, legte sich demonstrativ auf einen Ast und blickte direkt zu unserer Gruppe.
Keine Reaktion.
Also legte sie nach.
Sie sprang auf den nächsten Ast, hing kopfüber, schwang sich elegant hin und her und warf uns zwischendurch immer wieder prüfende Blicke zu.
Immer noch fotografierten wir die Orang-Utans.
Das konnte sie natürlich unmöglich akzeptieren.
Nun wurde ihr Programm deutlich kreativer.
Sie begann zu kreischen, turnte wie eine Artistin durch die Äste und wechselte ihre Posen schneller als ein Model während einer Modenschau. Mal schaute sie dramatisch in die Ferne, mal zog sie Grimassen, mal ließ sie sich theatralisch nach hinten fallen, als hätte ihr gerade jemand mitgeteilt, dass es im ganzen Regenwald keine reifen Mangos mehr gäbe.
Je mehr wir lachten, desto größer wurde ihr Ehrgeiz.
Offenbar war sie überzeugt, dass sie nur noch eine Zugabe liefern musste, um endgültig zur Hauptattraktion des Tages zu werden.
Und tatsächlich …
Langsam schwenkten die ersten Kameras um.
Nicht mehr auf die Orang-Utans.
Sondern auf Chantalle.
Aus allen Richtungen war nur noch das vertraute Geräusch der Kameras zu hören.
Klick … klick … klick …
Unsere eigentlichen Stars des Tages rückten plötzlich in den Hintergrund.
Ich bilde mir bis heute ein, dass einer der Orang-Utans kurz zu Chantalle hinüberschaute und dachte:
„Ach Mädchen … genieße deinen großen Auftritt. Die Pubertät geht irgendwann vorbei.“
Ob er das wirklich dachte?
Natürlich nicht.
Aber sein Blick hätte wunderbar dazu gepasst.
Fast eine Stunde Unterhaltung
Was als kurze Begegnung begann, entwickelte sich zu einer fast einstündigen Vorstellung.
Chantalle turnte, spielte, provozierte und genoss jede Sekunde unserer Aufmerksamkeit. Je mehr wir lachten, desto ausgelassener wurde sie.
Kein Tiertrainer hätte ihr dieses Verhalten beibringen können.
Es war einfach ihre Persönlichkeit.
Genau solche Momente sind es, die ich an der Natur so liebe. Wilde Tiere überraschen uns immer wieder. Sie halten sich an keine Drehbücher und folgen keinem Plan. Gerade deshalb entstehen Geschichten, die man sich nicht ausdenken könnte.
Warum ich diese Begegnung niemals vergessen werde
Natürlich freue ich mich über jedes außergewöhnliche Foto eines Orang-Utans, eines Leoparden oder eines Jaguars.
Doch Bilder allein erzählen noch keine Geschichte.
Erst die Erlebnisse dahinter machen sie lebendig.
Wenn ich heute auf diese Fotos schaue, sehe ich nicht nur eine junge Makakin.
Ich höre ihr Kreischen.
Ich sehe die lachenden Gesichter unserer Fotografen.
Ich erinnere mich daran, wie selbst erfahrene Naturfotografen Tränen lachten.
Und genau deshalb gehört Chantalle bis heute zu den unvergesslichen Persönlichkeiten, denen ich in der Wildnis begegnet bin.
Sie war weder die größte noch die seltenste Bewohnerin des Regenwaldes.
Aber an diesem Tag war sie ganz eindeutig dessen größte Entertainerin.
Und ehrlich gesagt …
Ich würde mich nicht wundern, wenn sie dort noch heute auf einem Ast sitzt und darauf wartet, dass die nächsten Fotografen vorbeikommen.
Schließlich braucht jede große Diva ihr Publikum.
Möchtest du solche Momente selbst erleben?
Vielleicht fragst du dich jetzt, ob solche Begegnungen planbar sind.
Die ehrliche Antwort lautet: Nein.
Genau das macht sie so besonders.
Wir können nicht bestellen, dass an einem bestimmten Tag eine kleine Makaken-Teenagerin auftaucht, die beschließt, den gesamten Regenwald als ihre persönliche Bühne zu benutzen.
Aber wir können dorthin reisen, wo solche magischen Begegnungen überhaupt möglich sind.
Wir können morgens im Regenwald stehen, die Kamera in der Hand, die Geräusche des Dschungels hören und gespannt darauf warten, welche Überraschung die Natur für uns bereithält.
Genau solche Momente machen unsere Fotosafaris zu etwas Besonderem.
Für unsere Borneo-Fotosafari 2027 haben wir noch einige freie Plätze verfügbar. Wenn du solche einzigartigen Begegnungen selbst erleben, faszinierende Tiere fotografieren und gemeinsam mit mir die Geheimnisse des Regenwaldes entdecken möchtest, kannst du dich gerne bei mir melden.
Weitere Informationen zur Reise findest du hier:
Borneo-Fotosafari 2027:
https://benny-rebel.de/fotoreisen/borneo-fotosafari-2027/
Vielleicht sitzt Chantalle ja irgendwo noch immer auf einem Ast und wartet bereits auf ihren nächsten großen Auftritt.
Und vielleicht bist du beim nächsten Mal dabei.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
Benny Rebel








