
Warum Elefanten sich mit einer Wolke aus Erde schützen
Manchmal sieht Körperpflege in Afrika ein wenig anders aus. Seife? Überflüssig. Handtuch? Ebenfalls. Ein Elefant braucht nur einen kräftigen Rüssel und eine ordentliche Portion afrikanischen Staub.
Gerade eben konnte ich im Ngorongoro-Krater beobachten und fotografieren, wie dieser Elefant ausgiebig ein Staubbad nahm. In den sieben Bildern dieses Beitrags siehst Du, wie er mit seinem Rüssel trockene Erde aufnimmt und sie anschließend mit Schwung über seinen Körper schleudert.
Was für uns wie ein wunderbares Fotomotiv aussieht, erfüllt für den Elefanten gleich mehrere wichtige Funktionen.
Elefanten können nicht wie wir Menschen über den ganzen Körper schwitzen. Bei Hitze helfen ihnen deshalb unter anderem ihre großen, stark durchbluteten Ohren bei der Abgabe von Wärme. Schlamm- und Staubbäder ergänzen diese Strategie.
Vor allem aber legt sich der feine Staub wie eine natürliche Schutzschicht auf die Haut. Er kann vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen und lästige Insekten sowie andere kleine Plagegeister abwehren. Nach einem Bad im Wasser oder Schlamm gehört eine Portion Staub deshalb häufig zum persönlichen Wellnessprogramm eines Elefanten.
Und genau darin liegt für mich die Faszination beim Fotografieren auf Reisen: Ein scheinbar einfacher Moment erzählt plötzlich eine ganze Geschichte über Anpassung und das Leben in der Wildnis.
Fotografisch liebe ich solche Situationen besonders. Wenn der Staub durch die Luft wirbelt, das Sonnenlicht ihn erfasst und der mächtige Körper des Elefanten für Sekunden in einer Wolke verschwindet, entstehen Bilder voller Bewegung, Struktur und Atmosphäre.
Heute im Ngorongoro-Krater durfte ich einiger solcher Augenblicke festhalten.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.






