Warum eine Fotosafari oft viel mehr schenkt als nur Bilder.
Es gibt Landschaften, die scheinbar nichts tun – und gerade deshalb so viel mit uns machen. Die endlose Weite der afrikanischen Savanne gehört für mich dazu. Stundenlang fährt man während einer Fotoreise durch Grasland, unter gewaltigen Himmeln, vorbei an einzelnen Bäumen, Wolken, Licht und Horizonten ohne Ende. Für manche mögen solche Transfertage langweilig sein. Für mich sind sie oft die kreativsten Stunden einer Fotosafari. Wenn keine Kamera klickt, kein Telefon klingelt und kein Alltag an mir zieht, beginnt mein Geist zu arbeiten. Die Gedanken werden weiter, freier, mutiger. Als würde die Wildnis im Kopf Türen öffnen, die in der Zivilisation oft verschlossen bleiben. Viele meiner erfolgreichsten Ideen sind auf solchen Fahrten entstanden. Die Idee zu „Die Tiere Afrikas in 3D“, dem weltweit ersten dreidimensionalen Buch über die Tierwelt Afrikas, das in sechs Sprachen erschien und über 36.000 Mal verkauft wurde. Die Idee zu meinem Luxusbuch „SAFARI“, das für 30.000 Euro pro Exemplar verkauft und vollständig ausverkauft wurde. Auch andere Projekte und neue Wege in meiner Fotografie begannen nicht am Schreibtisch, sondern irgendwo zwischen zwei Horizonten. Vielleicht brauchen wir Menschen manchmal genau das: Entfernung. Nicht, um vor unserem Leben zu fliehen, sondern um es klarer zu sehen. Gerade beim Fotografieren auf Reisen erlebe ich, dass nicht nur die Motive wertvoll sind. Auch die Wege dazwischen können uns verändern. Wenn der Blick weit wird, wird auch das Denken weit. Und wenn für eine Weile nichts unsere Aufmerksamkeit fordert, entsteht Raum für Fantasie, Mut, neue Fragen und jene Idee, die später etwas verändert. Die Wildnis schenkt mir deshalb nicht nur Bilder. Sie schenkt mir Gedanken. Vielleicht ist Freiheit am Ende genau das: genug Weite um sich herum zu haben, damit auch im Inneren wieder etwas fliegen kann. Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen. www.benny-rebel.com