
Sony Tele-Duell: Mein Live-Testbericht aus der Wildnis Brasiliens
Etliche Freunde und Teilnehmer unserer Fotosafaris haben mich zuletzt gefragt, wie ich das neue 100-400mm F4,5 G-Master aus meiner Sicht bewerte, da sie alle ähnliche Flugreisen rund um den Globus machen, um hauptsächlich wilde Tiere zu fotografieren, und nun gespannt auf meinen Testbericht warten, um ihre eigene Kaufentscheidung zu treffen.
Zwei Tele-Giganten im direkten Vergleich: das neue Sony FE 100-400mm F4.5 G-Master mit durchgängiger Lichtstärke gegen das bewährte FE 200-600mm F5.6-6.3 G. Ich habe beide Objektive im Labor in Hannover und intensiv in der Praxis in der Wildnis getestet. Die Laborergebnisse bezüglich Schärfe und Auflösung sind nahezu identisch. Da das 200-600mm an sich schon extrem scharf ist, sieht man hier keinen großen Unterschied, der den dreifachen Preis des neuen 100-400mm G-Masters rechtfertigen würde.
In der Praxis zeigt das neue 100-400mm F4.5 GM jedoch seine wahren Stärken. Das weichere Bokeh dank der elf Blendenlamellen fiel mir auf meiner aktuellen Fotosafari in Brasilien sofort auf. Die wichtigsten Argumente für das neue 100-400mm G-Master sind neben dem geringeren Gewicht und der besseren Lichtstärke vor allem das Autofokus-System. Beim Fotografieren von fischenden Eisvögeln, rennenden Wildpferden, fliegenden Aras und extrem actionreichen Situationen zeigte sich: Der Autofokus des neuen 100-400mm ist deutlich schneller und präziser als der des 200-600mm.
Das macht dieses Objektiv um Längen besser für alle, die Flugreisen machen, um wilde Tiere zu fotografieren oder andere actionreiche Situationen zu meistern und kein schweres Equipment schleppen wollen. Auf einer Fotosafari bist du ab jetzt mit nur zwei Objektiven für fast jede Herausforderung perfekt gerüstet: dem leichten 100-400mm F4,5 GM für den Tele-Bereich und einem Objektiv für den unteren Bereich, wie dem Tamron 35-150mm F2-2.8 oder dem Sony 24-70mm F2.8.
Ich habe über 20.000 Bilder mit dem neuen 100-400mm G-Master hier in Brasilien aufgenommen. Fast alle Fotos, die ich in den letzten Wochen aus Brasilien online gestellt habe, wurden mit diesem Objektiv geschossen. Sie wurden meist direkt aus der Kamera oder über das Smartphone schnell bearbeitet und hochgeladen – also ohne professionelle Bildbearbeitung. So könnt ihr die echte Bildqualität perfekt bewerten.
Mein Fazit:
Wer viel fliegt und auf das Gewicht seiner Ausrüstung achten muss und maximale Performance will, ist mit dem neuen 100-400mm F4.5 GM perfekt bedient. Das weiche Bokeh und der rasant schnelle Autofokus führen zu deutlich weniger Ausschuss und Frustration. Eine klare Kaufempfehlung für alle, die das Budget aufbringen wollen.
Wer die 5000 Euro für das neue 100-400mm nicht investieren möchte, bekommt mit dem 200-600mm für ca. 1500 Euro aber weiterhin einen extrem scharfen Preis-Leistungs-Sieger.
Nachtrag: Am Ende dieser Fotosafari durch Brasilien hatte ich 26.000 Bilder auf der Speicherkarte. Die meisten davon sind mit dem neuen Sony 100-400mm F4.5 GM entstanden. Nach einer noch gründlicheren Analyse der Ergebnisse am heimischen Monitor stellte ich fest: Dieses Objektiv performt noch einmal deutlich besser, wenn man im Nahbereich bis ca. 7 Meter fotografiert.
Anscheinend ist die Optik hervorragend für kurze Distanzen korrigiert. Diese Aufnahmen sind im direkten Vergleich noch schärfer, brillanter und kontrastreicher als die Fotos aus größerer Entfernung. Natürlich spielen bei Letzteren auch atmosphärische Einflüsse wie Staub, Dunst oder Hitzeflimmern eine Rolle, aber unterm Strich zeigt sich eine klare Tendenz: Im Nahbereich läuft dieses Objektiv zur absoluten Höchstform auf.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
