
Randale am Esstisch: Wenn der Vogel dein Essen klaut
Überall auf der Welt, wo man wilde Tiere fotografiert, trifft man auf sie: die ultimativen Opportunisten der Wildnis. Sie schlängeln sich mit einer gehörigen Portion Dreistigkeit durchs Leben und haben absolut kein Benehmen. Ein Paradebeispiel für diese gefiederten Gangster ist der wunderschöne, aber stinkfreche Kappenblaurabe, den ich hier in Brasilien vor der Kamera hatte.
Dieser Vogel sieht mit seinen leuchtenden Augen und dem eleganten Gefieder zwar harmlos aus, ist aber ein echter Profi-Dieb. Er sucht gezielt die Nähe von uns Menschen – oder besser gesagt: die Nähe unserer Snacks. Sobald jemand etwas Fressbares in der Hand hält oder eine geöffnete Tüte herumsteht, schlägt die Stunde der Diebesbande. Da wird ohne Vorwarnung direkt aus der Hand geklaut! Wenn die Touristen gemütlich beim Speisen sitzen, sind diese Vögel garantiert nicht weit. Sie landen ungeniert auf dem Tisch, machen ordentlich Randale, räumen das Buffet ab und fressen sich dreist satt. Sie agieren hier in Südamerika im Grunde genau wie die diebischen Affen in Afrika oder anderen Teilen der Welt. Man darf sie keine Sekunde aus den Augen lassen, sonst ist das Mittagessen weg!
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.



