
Eine Fotosafari zwischen Leben, Tod und einem gewaltigen Tritt
Gestern wechselten wir vom Norden in die Zentralserengeti.
Zunächst entdeckten wir eine Gepardenmutter mit drei winzigen, noch keine vier Wochen alten Babys. Sie lagen friedlich im Schatten – wunderschön zu beobachten, fotografisch aber kaum spannend.
Einige Stunden später änderte sich alles.
Wir fanden eine zweite Gepardenmutter mit ihren drei fast erwachsenen Kindern. Schon beim ersten Blick war klar: Diese Familie war auf Futtersuche. Als sie im Busch verschwand, beschlossen wir, dranzubleiben. Lange suchten wir – bis wir die vier schließlich mitten in der Savanne wiederfanden.
Wir erwarteten eine Jagd auf Gazellen. Doch die Gepardenmutter hatte ein völlig anderes Ziel gewählt: ein sehr junges Giraffenbaby.
Plötzlich setzte sie zum Sprint an.
Wir hielten bewusst große Distanz, um die Jagd nicht zu beeinflussen. Dann geschah etwas, womit die Gepardin offenbar nicht gerechnet hatte: Die Giraffenmutter kam ihrem Jungen zu Hilfe. Sie jagte hinterher – und noch bevor die Gepardin das Baby erreichen konnte, traf sie ein gewaltiger Tritt.
Die Jagd war augenblicklich vorbei.
Die Gepardin blieb zurück und bewegte sich auch Stunden später kaum von der Stelle. Wie schwer sie getroffen wurde, konnten wir natürlich nicht beurteilen. Aber offensichtlich hatte dieser Tritt Wirkung gezeigt.
Das Foto dieser Szene ist wegen der enormen Entfernung technisch nicht gut. Trotzdem zeige ich es euch.
Manchmal ist ein Bild nicht deshalb wertvoll, weil es gestochen scharf ist, sondern weil es eine Geschichte erzählt, die man niemals vergisst.
Genau für solche Momente liebe ich unsere Fotoreisen und Fotosafaris: In der Wildnis schreibt niemand das Drehbuch.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.





