
25 Löwen und eine blutige Nacht direkt vor unserer Haustür
Heute Morgen gegen fünf Uhr wurde ich von den aufgeregten Rufen der Paviane geweckt.
Sie hatten die Nacht in den Bäumen hinter meinem Zelt verbracht – und plötzlich schlugen sie Alarm.
Ich kenne diese Rufe. Irgendwo in der Dunkelheit mussten Räuber unterwegs sein.
Noch wussten wir nicht, was sich nur wenige Meter von uns entfernt abgespielt hatte.
Nach dem Frühstück wich langsam die Nacht. Mit dem ersten Licht fuhren wir hinaus – und keine 50 Meter von unserer Unterkunft entfernt fanden wir die Antwort: 25 Löwen!
In der Nacht hatte das Rudel direkt vor unserer Haustür ein Zebra gerissen und weitgehend aufgefressen. Nur etwa 200 Meter entfernt hatten die Löwen zusätzlich ein Gnu getötet.Fast die Hälfte des Rudels bestand aus Jungtieren. Die Bäuche waren prall gefüllt. Vor unseren Augen lag eine jener Geschichten, die in der afrikanischen Savanne seit Jahrtausenden immer wieder geschrieben werden.
Leben und Tod. Hunger und Überleben. Ohne Gut und Böse. Einfach Natur.
Wir fotografierten im schönsten Morgenlicht und konnten tausende Bilder aufnehmen. Doch heute möchte ich euch nur ein einziges davon zeigen.
Ein etwa sechs Monate altes Löwenjunges. Sein Kopf ist vom Fressen mit Blut und Schmutz bedeckt.
Vom kleinen Löwen selbst sieht man fast nichts.
Nur seine Augen schauen über die Rippen des getöteten Zebras.
Für mich erzählt dieser eine Blick die gesamte Geschichte dieser Nacht.
Und während ich fotografierte, dachte ich daran, dass ich wenige Stunden zuvor in meinem Zelt gelegen und den Alarm der Paviane gehört hatte.
Keine 50 Meter entfernt wurde gerade dieses Kapitel der Wildnis geschrieben.
Genau für solche Momente liebe ich unsere Fotoreisen und Fotosafaris.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
