
Bruchteile einer Sekunde für die Ewigkeit: Das Lächeln nach der Sichtung meiner Bilder
Mit der unglaublichen Fülle von 26.000 eingefangenen Momenten im Gepäck bin ich von meiner vorerst letzten Fotoreise durch die ungezähmte Wildnis Brasiliens nach Hannover zurückgekehrt. Während gerade im Hintergrund mein Server leise summt und die gewaltige Flut dieser Erinnerungen geduldig archiviert, lasse ich meine Augen und Gedanken durch die frischen Aufnahmen wandern. Dabei bin ich über ein ganz bestimmtes Bild gestolpert, das mich augenblicklich in seinen Bann gezogen hat. Es zeigt einen Goldtukan im Flug, der aus nur etwa drei Metern Entfernung fast in meine Richtung steuert. Die Action dauerte nur den Bruchteil einer Sekunde, eine fast flüchtige Bewegung in der Unendlichkeit des Raumes, und doch ist es mir gelungen, diesen rasanten Vorbeiflug scharf auf den Sensor zu verewigen.
Als dieses Foto auf meinem Bildschirm aufleuchtete, zog das gesamte Erlebnis noch einmal wie ein lebendiger Film vor meinem geistigen Auge vorbei, und ein tiefes, glückliches Lächeln legte sich auf meine Lippen. Es war nicht nur ein unbeschreiblich schöner, sonnenversetzter Tag im atlantischen Urwald Brasiliens, sondern auch eine fotografische Herausforderung. Bei einem Vogel mit einem so markanten, langen Schnabel die Schärfe im rasanten Frontalflug exakt auf den Punkt – direkt auf das Auge – zu setzen, erfordert Präzision – vom Fotografen und von der Ausrüstung. Ich liebe diese fotografischen Grenzgänge. Sie fordern uns heraus, schärfen unsere Sinne und schenken uns am Ende Momente puren Glücks. In diesem Beitrag teile ich dieses besondere Bild und diesen magischen Herzschlag der Wildnis mit dir.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
