
Wenn die Natur den Takt vorgibt: Philosophie, Schlamm und stachelige Zebrastreifen auf Tasmanien
Das Leben schreibt oft die schönsten Geschichten genau dann, wenn man die eigenen Pläne im Schlamm versenkt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf unserer heutigen Fahrt über Tasmanien erspähte unser Guide plötzlich einen Ameisenigel am Straßenrand. Eine Vollbremsung und Drehung und dann steckte unser Fahrzeug tief im Morast fest. Doch Blech und Schlamm waren nebensächlich: Wir sprangen hinaus, angetrieben vom Wunsch nach dem perfekten Bild und dem Instinkt, das kleine Wesen vor heranrauschenden Autos zu schützen.
Das Tierchen tauchte zunächst schüchtern ins Gras ab. Wir setzten uns still auf den Boden, lauschten dem Puls der Natur und übten uns in Geduld, um ihm die Angst zu nehmen. Plötzlich watschelte ein zweiter Ameisenigel seelenruhig über den Asphalt, verschwand jedoch sogleich im dichten Dickicht. Nachdem wir alle gemeinsam mit vereinten Kräften unser Auto aus dem Schlamm befreit hatten, folgte der magische Moment: Der erste Ameisenigel fasste Mut und überquerte im gemächlichen Schritt die Straße.
Zwischen Kameraauslöser und lebendem Schutzschild entstand eine herrlich skurrile, poetische Szene. Es hat etwas zutiefst Philosophisches, wenn ein uraltes Wesen die moderne Hektik unserer Asphaltstraßen mit stoischer Gelassenheit durchkreuzt. Es erinnert uns daran, innezuhalten, Achtsamkeit zu leben und die Verantwortung für das Zerbrechliche um uns herum niemals zu vergessen. Die Bilder dieses Tages erzählen genau von dieser wunderbaren Harmonie aus Abenteuer, Hilfsbereitschaft und wilder Natur auf unserer Fotosafari.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.




