
Ein winziger Schmetterlingsfink und die große Kunst, das Kleine zu bewundern
Afrikas Wildnis ist voller Wunder. Doch nicht alle tragen eine Löwenmähne, einen Elefantenrüssel oder das gefleckte Fell eines Leoparden.
Manche Wunder sind kleiner als ein Spatz, tragen ein prachtvolles Federkleid und verschwinden im dichten Geäst, bevor man ihre Schönheit überhaupt entdeckt hat.
Die Rede ist von den wunderschönen Schmetterlingsfinken!
Diese quirligen, farbenprächtigen Vögel gehören für mich zu den kleinen Juwelen Afrikas. Obwohl sie in vielen Regionen verbreitet sind, werden sie auf Fotosafaris häufig übersehen.
Vorgestern verbrachten wir eine ganze Nacht in einem unterirdischen Fotoversteck im Mashatu Game Reserve in Botswana.
Unser Ziel war es, die nächtlichen Besucher des Wasserlochs aus der Froschperspektive zu fotografieren.
Schakale, Hyänen, Stachelschweine, eine Ginsterkatze, Impalas und Gnus bescherten uns eine erlebnisreiche Nacht mit fantastischen Fotomotiven.
Doch nach Sonnenaufgang begann ein neues Kapitel!
Während die großen Nachtschwärmer verschwanden, betraten die kleinen Schönheiten die Bühne.
Unter ihnen waren auch einige Schmetterlingsfinken. Einer dieser winzigen gefiederten Edelsteine entschied sich sogar, direkt vor unseren Kameras ein ausgiebiges Bad zu nehmen!
Weil wir aus unserem unterirdischen Versteck exakt auf Augenhöhe fotografieren konnten, entstanden besonders ästhetische und intime Aufnahmen.
Für mich liegt genau darin die Magie der Tierfotografie.
Schönheit wird nicht in Kilogramm gemessen. Und der Wert eines Lebewesens hängt nicht von seiner Größe ab.
Ein winziger Fink ist für mich genauso kostbar wie ein mächtiger Löwe, ein Leopard oder ein Elefant.
Auf meinen Fotoreisen bekommt jeder Bewohner der Wildnis dieselbe Achtung und denselben Respekt.
Denn beim Fotografieren auf Reisen geht es nicht nur darum, das Spektakuläre zu entdecken, sondern auch darum, das scheinbar Unscheinbare sichtbar zu machen.
Manchmal passt die ganze Schönheit Afrikas in eine Handfläche.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.





