
Das Rätsel der Evolution: Geheimnisvolle Begegnungen mit dem Schnabeltier auf Tasmanien.
Schattenhaft gleiten sie durch das spiegelglatte Wasser der tasmanischen Flussläufe und Seen – fast so, als stammten sie aus einer längst vergessenen Traumwelt. Gestern erlebten wir auf unserer Fotoreise einen der magischsten Momente überhaupt: Gleich mehrere Schnabeltiere (Platypus) zeigten sich uns in freier Wildbahn.
Das Schnabeltier umgibt seit jeher eine geheimnisvolle, beinahe mystische Aura. Als europäische Naturforscher einst die ersten Präparate aus Australien zu Gesicht bekamen, hielten sie das Wuchswesen aus Entenschnabel, Biber-Schwanz und Iltis-Körper für einen geschickten Fälscher-Gag. Doch dieses Fabelwesen ist real – und ein vollkommenes Meisterwerk der Schöpfung.
Es legt Eier wie ein Reptil, säugt seine Jungen wie ein Säugetier und orientiert sich unter Wasser mit geschlossenen Augen und Ohren rein über elektro-rezeptive Sinne im weichen Schnabel. Wer am Ufer steht und darauf wartet, dass ein solches Wesen aus dem dunklen Fluss auftaucht, spürt den Pinselstrich der Urzeit. Es sind stille, ehrfurchtsvolle Sekunden, wenn der scheue Schatten die Wasseroberfläche durchbricht, ehe er wie ein Geist wieder im mystischen Dunkeln verschwindet. In diesem Beitrag zeige ich euch zwei dieser faszinierenden Wesen, die ich gestern fotografiert habe.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.

