
Der Anden-Felsenhahn – Superstar der Nebelwald-Fotografie
Manche Vögel fliegen. Andere posieren. Und dann gibt es den Anden-Felsenhahn – er tanzt.
Der Anden-Felsenhahn ist kein schüchterner Statist der Natur. Er ist der John Travolta des Nebelwaldes, der Michael Jackson unter den Federtieren, Mr. Lover Lover mit leuchtend rotem Gefieder, kombiniert mit Schwarz, Grau und Weiß. Ein Wesen, das wirkt, als hätte ein Künstler mit übermütiger Hand die Farben neu gemischt.
Tief verborgen in den Nebelwäldern rund um Ecuador lebt dieser Ausnahmevogel dort, wo das Licht nur gefiltert und äußerst schwach durch dichte Blätter fällt. Sein Lebensraum ist so verwoben aus Ästen, Lianen und Blättern, dass selbst eine Sichtung aus der Ferne noch lange kein gutes Foto bedeutet. Meist verdeckt die Natur genau das, was wir Fotografen so sehnsüchtig festhalten möchten – ein Drittel Vogel, zwei Drittel Blattwerk.
Umso größer war heute die Freude auf unserer Fotoreise: Es ist mir gelungen, ein Bild ohne störende Elemente aufzunehmen. Aus respektvoller Distanz, ja – aber klar, frei und würdevoll. Ein Moment, in dem Naturfotografie zur Geduldsprobe und zum Geschenk zugleich wird.
Wir durften ihn und vier seiner Kollegen beim Tanz beobachten. Hüpfen, drehen, präsentieren – ein Wettbewerb der Eleganz mitten im Urwald. Solche Augenblicke machen eine Fotosafari unvergesslich. Sie erinnern uns daran, dass Tierfotografie nicht nur Technik bedeutet, sondern Staunen.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!