
Warum außergewöhnliche Tierfotos lange vor dem Auslösen beginnen
Ein Löwe steigt aus dem Wasser, schüttelt seine Mähne – und für einen Augenblick fliegt ein ganzes Universum aus funkelnden Tropfen durch die Luft. Heute Nachmittag stand ich vor diesem Schauspiel. Mein Objektiv: 28 Millimeter Weitwinkel. Das Ergebnis: für mich ein Fünf-Sterne-Bild.
Doch die eigentliche Geschichte dieses Fotos begann vor vielen Jahren.
Bevor ich Fotoreisen für Fotografen anbot, organisierte ich Expeditionen für Filmteams. Produktionsfirmen engagierten mich, weil ich wusste, wo auf dieser Welt sich außergewöhnliche Begegnungen mit Wildtieren ermöglichen ließen. Nicht die üblichen Aufnahmen aus sicherer Entfernung, sondern Perspektiven und Situationen, die einem Film seine unverwechselbare Handschrift geben.
Irgendwann wurde mir die Filmproduktion zu hektisch. Ich wollte wieder mehr selbst fotografieren – und meine Erfahrung mit Menschen teilen, die dieselbe Leidenschaft für Fotos haben. So wurden aus Filmexpeditionen Fotosafaris.
Das Wissen ist geblieben. Mehr noch: Es ist mit jedem Jahr gewachsen.
Dieser Löwe zeigt, was ich damit meine. Das Weitwinkel lässt uns seine Kraft beinahe körperlich spüren. Die tiefe Perspektive erhebt ihn zum Monument, während jeder Wassertropfen seine eigene kleine Flugbahn zeichnet. Nähe, Licht, Timing und Bildgestaltung verschmelzen zu einem einzigen Augenblick.
Solche Bilder entstehen nicht allein durch teure Kameras. Sie brauchen Erfahrung, besondere Zugänge, Geduld – und manchmal das Glück, im richtigen Moment genau dort zu sein, wo ein Löwe beschließt, sich ordentlich trocken zu schütteln.
Genau solche Möglichkeiten möchte ich meinen Gästen beim Fotografieren auf Reisen eröffnen: Bilder jenseits der gewöhnlichen Safari-Erinnerung.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
