
Vom Suchen und Finden: Wie das Schicksal einem Jaguar im Pantanal eine fette Mahlzeit schenkte
Gestern erlebten wir auf dem Cuiabá-Fluss in Brasilien eine Begegnung, die mich tief zum Nachdenken gebracht hat. Wir beobachteten einen Jaguar auf der Jagd, der das pure Glück auf seiner Seite hatte: Aus großer Entfernung bekam er plötzlich den Geruch eines verendeten Kaimans in die Nase. Dem intensiven Duft folgend, zog die Raubkatzen-Majestät teils durch das dichte Gestrüpp laufend, teils majestätisch im Fluss schwimmend von Ufer zu Ufer und von Insel zu Insel. Am Ende fand er den Kadaver im Wasser. Diese Beobachtung zeigt uns auf philosophische Weise, dass das Leben – sowohl für uns Menschen als auch für die Tiere – manchmal unverhofft die größten Geschenke bereithält. Man muss nur die Sinne schärfen und der Spur folgen.
Für den Jaguar lief es perfekt: Ohne den riskanten Kraftaufwand einer Jagd kam er zu einer fetten Mahlzeit, die ihn für mehrere Tage satt halten wird. Zwei Rabengeier, die sich ebenfalls schon den Bauch vollgeschlagen hatten, wiesen ihm und uns womöglich den Weg. Wir haben das Geschehen aus nächster Nähe verfolgt, sahen das Suchen, das Schwimmen und wie er den schweren Kaiman schließlich ins Unterholz zog, um ihn in aller Ruhe zu verspeisen. In diesem Beitrag zeige ich dir einige Bilder dieses faszinierenden Naturschauspiels.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.











