
Kleine Charakterköpfe in Costa Rica: Warum sich eine FOTOREISE auch für die Winzlinge lohnt
Auf einer Fotosafari durch Costa Rica sind es oft die großen Ikonen wie der Scharlach-Aras, das Tapir oder das Faultier, die unsere Aufmerksamkeit fesseln. Doch wer die Augen offen hält und sich die Zeit nimmt, auch die kleineren Bewohner des Dschungels zu beobachten, wird mit Momenten belohnt, die vor Energie und Charakter nur so strotzen. Vor ein paar Tagen hatten wir einen solchen flinken Gesellen direkt vor der Linse: ein Buntschwanzhörnchen.
Diese Hörnchen sind wahre Überlebenskünstler und Akrobaten. Der Name „Buntschwanz“ kommt nicht von ungefähr, denn kaum eine andere Säugetierart in Mittelamerika zeigt eine so enorme Vielfalt an Fellfarben. Unser heutiger kleiner Freund präsentierte sich in einem prächtigen Kontrast aus einem warmen Orange am Bauch und einem fast schwarz-braun melierten Rücken – ein perfektes Motiv, um das Spiel von Licht und Schatten im Unterholz einzufangen. Besonders amüsant war es zu beobachten, mit welcher Ausdauer und Geschicklichkeit er sich an einer Kokosnuss zu schaffen machte.
Für uns Fotografen ist ein solches Motiv eine exzellente Übung in Sachen den richtigen Moment zu erwischen. Diese Tiere sind unberechenbar, blitzschnell und ständig in Bewegung. In der Tierfotografie 2.0 nutzen wir solche Begegnungen, um unser Timing zu perfektionieren. Es geht darum, genau den Moment zu erwischen, in dem das Hörnchen kurz innehält, die Umgebung sichert oder wie hier neugierig mit seiner Beute interagiert. Es sind diese kleinen, oft unterschätzten Momente, die das Portfolio einer Fotoreise erst richtig lebendig und vollständig machen.
Costa Rica lehrt uns immer wieder, dass jedes Lebewesen, egal wie klein, seine eigene Bühne und seine eigene Geschichte verdient. Man muss nur bereit sein, hinzusehen und im richtigen Moment den Auslöser zu drücken.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
