
Borneo Air – Warum Nasenaffen keine Flügel brauchen
Wer glaubt, dass Profi-Turner die Spitze der Akrobatik darstellen, der hat noch nie einen Nasenaffen im Tiefflug erlebt. Gestern auf unserer aktuellen Fotosafari durch Borneo waren wir live dabei, als die Jungs und Mädels mit den markanten Zinken beschlossen, das olympische Gold im „Baum-zu-Baum-Weitflug“ unter sich auszumachen. Es ist eine Mischung aus höchster Präzision und purer Faszination, wenn diese Primaten die Schwerkraft einfach als unverbindliche Empfehlung betrachten.
Die Technik ist so eigenwillig wie genial: Ein kurzer Blick zum nächsten Ast, ein kräftiger Absprung – und schon segelt ein beachtlicher Körper durch die feuchte Dschungelluft. Dabei fliegen die Arme und Beine in alle Himmelsrichtungen, als hätten sie ihren eigenen Antrieb. Wenn dann die Landung erfolgt, biegen sich die Äste bis kurz vor den Bruchpunkt, aber die Nasenaffen sitzen da, als wäre nichts gewesen, und richten sich erst einmal die Frisur (oder die Nase).
Es sieht manchmal so aus, als würden sie mitten im Flug die Gesetze der Physik außer Kraft setzen. Mit einer Lässigkeit, die jeden Stuntman vor Neid erblassen ließe, segeln sie meterweit durch das dichte Grün. Wir haben auf dieser Fotoreise einige Bilder aufgenommen, die genau diesen Moment einfangen. Man hält unwillkürlich den Atem an, aber sie meistern es jedes Mal mit einer Energie, die man ihnen bei ihrem korpulenten Körperbau gar nicht zutrauen würde.
Diese Akrobaten des Regenwaldes sind das absolute Highlight für jeden Fotografen, der Dynamik und einen Hauch von „Dschungel-Wahnsinn“ in einem Bild vereinen will. Borneo hört einfach nicht auf, uns zum Staunen zu bringen. In diesem Beitrag zeige ich euch einige Schnappschüsse unserer fliegenden Freunde.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.







