
Chantal, Gerhard und Jürgen regieren die Promenade
Wer glaubt, auf einer Fotoreise zu sein, irrt. Auf San Cristóbal ist man Gast in einem Königreich der Seelöwen. Und sie nehmen ihre Herrschaft sehr ernst.
Chantal zum Beispiel. Schlank, selbstbewusst, mit perfekter Schnurrhaar-Kontur. Sie flaniert über die Promenade, wirft hier einen Blick, dort eine elegante Drehung. Die anderen Seelöwen nicken anerkennend. Wir Fotografen ebenfalls. Naturfotografie kann manchmal wie ein Laufsteg wirken – nur mit mehr Fischgeruch.
Gerhard hingegen hat heute wieder schlechte Laune. Er liegt quer vor einer Treppe und blockiert den Zugang mit der Entschlossenheit eines Türstehers. Niemand kommt vorbei. Touristen nicht. Einheimische nicht. Nicht einmal die Möwen. Gerhard entscheidet, wer durch darf. Meistens niemand.
Und dann ist da Jürgen. Sozialarbeiter unter den Seelöwen. Er rollt sich neben spielende Kinder, posiert für Selfies und scheint jedem ein Lächeln zu schenken. Würde er Kaffee trinken, er täte es mit Hafermilch.
Zwischen Parkbänken, Booten und Hauseingängen liegen sie herum, als hätten sie die Insel erfunden. Auf geankerten Booten sonnen sich einige wie Yachtbesitzer, während andere mitten auf dem Gehweg meditieren. Man lernt schnell: In dieser Fotosafari klettert man nicht über Lavafelsen, sondern vorsichtig um Seelöwen herum.
Natürlich begegnen wir auch Meeresechsen, Blaufußtölpeln, Fregattvögeln, Pelikanen, Möwen und Klippenkrabben. Doch die Seelöwen stehlen allen die Show. Sie sind Models, Komiker und Platzanweiser in einem.
Diese Fotoreise und Fotosafari auf den Galápagosinseln ist ein Fest für Tierfotografie und Naturfotografie. Und manchmal auch ein Hindernislauf mit Charme.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!





