Languren und Lacher – Eine Bildgeschichte zwischen Ästhetik und Albernheit

In den Bildern dieses Beitrags begegnen euch keine Tiere, sondern Persönlichkeiten. Jeder Blick, jeder Sprung, jede Pose erzählt eine Geschichte: von Geduld und Übermut, von Weisheit und Witz, von Meditation und akrobatischer Selbstironie.

Ein Dschungel-Duett in 30 Bildern.

Willkommen im tiefgrünen Theater Borneos, wo der Dschungel nicht nur rauscht, sondern flüstert, kichert und manchmal sogar laut lacht. Auf meiner Fotosafari habe ich nicht nur Blätter und Licht eingefangen – sondern zwei der wunderbarsten, seltsamsten und zugleich weisesten Kreaturen des tropischen Blättermeers: den silbernen Languren und den großnasigen, springfreudigen Nasenaffen.

Zwei Affenarten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch wirken sie wie Yin und Yang in pelziger Gestalt.

Der Silberlangur – der poetische Schattenwanderer.

Mit seinem glitzernden Fell, das aussieht, als hätte sich der Mond höchstpersönlich in seinem Pelz verfangen, sitzt er oft da wie ein Denker in einem tropischen Zen-Garten. Sein Blick schweift durch das grüne Labyrinth, als sähe er mehr als nur Bäume – als würde er das Wesen des Lebens selbst betrachten. Er ist der melancholische Dichter des Urwalds, in Gedanken versunken, während um ihn herum das Leben tanzt.

Der Nasenaffe – der fliegende Philosoph mit Humor.

Mit seinem majestätischen Riechkolben (der eher an eine außer Kontrolle geratene Banane erinnert) und seinem Bauch, der die Gravitation keck herausfordert, springt er durch den Dschungel wie ein gut gelaunter Superheld in Zeitlupe. Seine Sprünge sind keine Fluchten, sondern fliegende Gedichte – Verse des Vertrauens in den nächsten Ast, des „Loslassens“ in seiner reinsten Form.

Ein Vergleich? Eine Annäherung.

Stil:

Der Langur kleidet sich in feines, silbernes Lamé – der Haute Couture des Blätterdachs. Der Nasenaffe bevorzugt dagegen das, was man wohl als tropischen Casual-Look bezeichnen würde: plüschig, robust, charmant daneben.

Bewegung:

Der Langur bewegt sich wie ein Gedanke: leise, bedacht, tiefgründig.

Der Nasenaffe hingegen springt wie ein Geistesblitz mit Bauch: plötzlich, weit, überraschend lustig.

Mimik:

Languren tragen einen Ausdruck zwischen „Ich weiß alles“ und „Ich sage nichts“.

Nasenaffen wirken, als würden sie ständig Witze machen, die nur sie verstehen – und dann selbst drüber lachen.

Philosophie:

Der Langur fragt: „Was ist das Wesen des Dschungels?“

Der Nasenaffe ruft: „Was soll’s! Springen wir rein!“

30 Bilder – 30 Begegnungen.

In den Bildern dieses Beitrags begegnen euch keine Tiere, sondern Persönlichkeiten. Jeder Blick, jeder Sprung, jede Pose erzählt eine Geschichte: von Geduld und Übermut, von Weisheit und Witz, von Meditation und akrobatischer Selbstironie.

Vielleicht ist es das, was uns diese beiden Affenarten lehren: Dass das Leben manchmal still sein darf wie ein Silberlangur – und manchmal wild wie ein Nasenaffe, der sich lachend vom Baum stürzt.

Denn irgendwo dazwischen liegt das Menschsein.

Vielleicht ein bisschen mehr Affe, als wir zugeben wollen.

Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.

www.Benny-Rebel.com

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