
Der wahre Luxus: Wenn die Millionenmetropole Sao Paulo der Wildnis weicht
Der Puls von São Paulo schlägt laut, modern und vertikal. Wenn du weit oben aus dem Fenster eines hochmodernen Fünf-Sterne-Luxushotels blickst, verliert sich das Auge in einem Meer aus Wolkenkratzern, während tief unten ein kleiner See und die ersten Palmen wie Vorboten einer anderen Welt wirken. Die Ankunft heute früh markiert die Schwelle zu einem Abenteuer, das die Sinne fordert. Doch so faszinierend diese urbane Eleganz auch ist, sie bleibt nur die Ouvertüre.
Morgen früh lassen wir den Beton hinter uns. Nur drei Stunden Autofahrt trennen diese Millionenmetropole von einer völlig anderen Realität: dem atlantischen Regenwald. Es ist eine faszinierende Reise durch die Zeit und den Raum, wenn wir innerhalb kürzester Zeit direkt in die unberührte Natur katapultiert werden. Genau hier offenbart sich die künstlerische und philosophische Frage, was Luxus heute eigentlich bedeutet. Für mich liegt der größte Luxus im Leben nicht im glänzenden Marmor der Zivilisation, sondern in der rauen, ungezähmten Wildnis, die uns dort erwartet.
Ab morgen tauschen wir das Summen der Großstadt gegen das lebendige Konzert der Natur. Tausende bunte Vögel werden vor unseren Kameras erscheinen. Schillernde Tangaren, lautstarke Sittiche, stolze Tukane und emsige Spechte füllen den Sucher mit reiner Lebensenergie. Wenn der Abend hereinbricht, werden wir mit fast absoluter Sicherheit die urzeitlichen Tapire beobachten können. Das Fotografieren dieser wilden Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zeigt den krassen, fast surrealen Unterschied zu unserem durchgetakteten Alltag in der sogenannten Zivilisation. Ein absoluter Höhepunkt wird das Einfrieren der Zeit selbst: Mit einer eigens mitgebrachten Multikopfblitzanlage werden wir die pfeilschnellen, fliegenden Kolibris mitten im Wald im Flug festhalten und zwar so ästhetisch wie in einem Fotostudio. Es ist einer meinen intensivsten Fotoworkshops überhaupt, ein Tanz zwischen hochpräziser Technik und der puren Magie des Moments. Das Abenteuer Brasilien hat begonnen.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
