
Der Urwald spricht leise
Er flüstert im Rascheln der Blätter, im entfernten Ruf eines Vogels – und manchmal im Flirren von Flügeln.
Mit dem Kanu glitten wir heute Morgen durch das Wasser des ecuadorianischen Amazonas. Kein Motor, nur das rhythmische Eintauchen des Paddels. Und dann waren sie da: Libellen in einer Farbe und Größe, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte. Keine zarten Gartengäste – sondern leuchtende Erscheinungen, fast surreal.
Sie flogen neben uns her, kreuzten unseren Weg, hielten für Sekundenbruchteile inne. Fotografieren aus einem fahrenden Kanu ist eine kleine sportliche Disziplin: Balance halten, Fokus finden, atmen – und im richtigen Moment auslösen.
Ein Tanz zwischen Bewegung und Konzentration.
Dass einige dieser Aufnahmen gelungen sind, grenzt an ein Geschenk. Vielleicht ist genau das das Wesen des Regenwaldes: Er lässt sich nicht erzwingen. Aber manchmal erlaubt er uns einen Blick auf seine schillernden Geheimnisse.
Und wir?
Wir paddeln weiter – staunend.
Das Leben ist schön und das Leben ist das, was wir daraus machen.
Herzliche Grüße aus dem Amazonas
Euer Benny


