
Zwischen Warten und Fliegen
Am heutigen Nachmittag haben wir für unsere Fotografen eine exklusive Bootsfahrt organisiert – hinaus in ein Feuchtgebiet und entlang der Pazifikküste Costa Ricas. Dort, wo Wasser und Horizont ineinander übergehen, begegnet man einer besonderen Form von Ruhe. Einer Ruhe, die lebt.
Die Braunpelikane gehören hierher wie der Wind zum Meer. Man sieht sie wartend, scheinbar nachdenklich, regungslos am Stand oder auf Felsen. Und man sieht sie im Flug – schwer und gleichzeitig erstaunlich leicht, getragen von der Erfahrung unzähliger Generationen.
Beim Fotografieren dieser Vögel wird schnell klar: Geduld ist keine Untätigkeit. Sie ist Vorbereitung. Der sitzende Pelikan sammelt nicht nur Kraft, er sammelt Zeit. Und wenn er abhebt, wirkt der Flug nicht wie eine Entscheidung, sondern wie eine Konsequenz.
In der Fotografie, besonders auf einer Fotoreise oder Fotosafari wie dieser, erinnern uns solche Momente daran, dass nicht jede Bewegung sofort erfolgen muss. Manche Bilder entstehen erst dann, wenn man lange genug bleibt, lange genug schaut und bereit ist, sich dem Rhythmus der Natur anzupassen.
Diese Aufnahmen der Braunenpelikane – sitzend und fliegend – sind für mich Sinnbilder einer stillen Weisheit. Sie erzählen davon, dass Freiheit nicht im ständigen Unterwegssein liegt, sondern im Wissen, wann es Zeit ist zu warten und wann es Zeit ist zu fliegen.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!









