
Wenn Entschleunigung plötzlich am Straßenrand hängt
Seit gut einer halben Stunde fahren wir auf einer besonderen Straße in Costa Rica. Zwei Faultiere hängen in den Bäumen, und niemand von uns hat es eilig weiterzufahren – am wenigsten die Faultiere selbst. Diese erstaunlich sympathischen Wesen schlafen bis zu 18 Stunden am Tag, wirken dabei aber wacher, entspannter und zufriedener als die meisten Menschen nach einem Wellness-Wochenende.
Ihre Gesichter tragen diesen ewigen Ausdruck milder Freundlichkeit, als hätten sie gerade etwas sehr Wichtiges verstanden: Dass Eile völlig überbewertet ist. Für mich sind sie ganz klar die Buddhas der Baumkronen. Still, gelassen, frei von Terminkalendern und To-do-Listen.
Entdeckt haben wir die beiden Faultiere ganz nebenbei während unserer Fahrt in Richtung Tortuguero National Park. Einfach so. Als wollten sie uns daran erinnern, dass gute Fotografie – genau wie gutes Reisen – oft dann passiert, wenn man nicht danach sucht.
Die Kameras liefen, die Zeit stand still, und irgendwo zwischen Auslöser und Lächeln wurde klar: Dieser Tag hat gerade erst angefangen. Und die Chancen stehen gut, dass wir heute noch weiteren Meistern der Entschleunigung begegnen werden.
Herzliche Grüße von der karibischen Seite Costa Ricas – bei angenehmen 25 Grad und einer Geschwindigkeit, die selbst Faultiere gutheißen würden.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!