
Die leuchtende Seele der Straßen von Bogotá.
Bogotá hat mich nicht mit Postkartenmotiven empfangen, sondern mit offenen Wänden. Ich bin hierhergekommen, um unter anderem die Künstlerszene Kolumbiens kennenzulernen – um zu sehen, wie eine Stadt ihre Geschichten nicht in Museen, sondern im öffentlichen Raum erzählt.
Bogotá gilt als eine der bedeutendsten Hauptstädte der Graffiti-Kunst weltweit. Und was hier an Fassaden entsteht, hat mit bloßen Schmierereien nichts zu tun. Es sind keine hastig gesetzten Namenszüge, keine egozentrischen Signaturen ohne Botschaft. Es sind Bilder, die atmen. Farben, die sprechen. Gesichter, die erinnern.
Während in vielen europäischen Städten oft nur der Wunsch nach Sichtbarkeit an grauen Wänden klebt, begegnet man hier einer anderen Haltung. Die Werke in Bogotá sind ästhetisch, kraftvoll, technisch beeindruckend und inhaltlich tief verwurzelt. Sie erzählen von sozialer Ungleichheit, von politischem Widerstand, von Hoffnung, Identität und Erinnerung. Jede Mauer scheint Teil eines kollektiven Tagebuchs zu sein.
Ich gehe durch die Straßen und fühle mich wie in einer offenen Galerie. Kunst ist hier kein elitäres Gut, sondern demokratisch – für jeden sichtbar, für jeden zugänglich. Sie gehört der Stadt und zugleich dem einzelnen Betrachter.
Gestern habe ich einige dieser Werke mit meinem Handy festgehalten. Nicht als Fotograf auf Fotoreise, sondern als Reisender auf der Suche nach Bedeutung. Heute möchte ich einige dieser Bilder mit euch teilen – als Einladung, genauer hinzusehen.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!
















