
Meine persönliche Leibgarde in Südafrika
Darf ich vorstellen? Gustav und Gertrud von Klippenstein. Zwei Klippspringer, die beschlossen haben, mein Zimmer in der Impodimo Game Lodge zu ihrem persönlichen Königreich zu erklären.
Gustav, unten im Bild, ist der selbst ernannte Oberbefehlshaber.
Gertrud, oben rechts, seine Ehefrau, Finanzministerin und vermutlich das einzige Lebewesen, das ihn noch ernst nimmt.
Gustav ist nicht mehr der Jüngste. Sein Horn ist abgebrochen, seine besten Jahre liegen hinter ihm und sein Gedächtnis funktioniert ungefähr so zuverlässig wie ein Regenschirm im Orkan.
Er behauptet steif und fest, sein Horn bei einem heldenhaften Kampf gegen drei Löwen verloren zu haben.
Gertrud kennt die Wahrheit: Der alte Trottel ist beim Versuch, besonders majestätisch auszusehen, von einem 80 Zentimeter hohen Felsen gefallen.
Seitdem leidet Gustav unter Größenwahn mit gelegentlichen Anfällen von Alzheimer.
Sein Reich erstreckt sich von meiner Haustür bis zu meiner Terrasse. Stolze 30 Quadratmeter, die er mit der Entschlossenheit eines Feldmarschalls verteidigt.
Jeden Morgen kontrolliert er meinen Eingang. Anschließend inspiziert er meine Terrasse. Zwischendurch vergisst er, was er eigentlich kontrollieren wollte, und beginnt von vorne.
Gertrud schaut zu und denkt sich vermutlich: „40 Jahre Ehe. Und ich hätte damals auch den Günther nehmen können!“
Die beiden lassen mich bis auf einen Meter herankommen. Für meine Fotoreise ist das natürlich großartig. Eine Fotosafari mit persönlichem Wachpersonal direkt vor der Zimmertür!
Fotografieren auf Reisen war selten so bequem.
Ich fühle mich jedenfalls bestens beschützt.
Sollte ein Löwe auftauchen, wird Gustav ihn vermutlich heldenhaft vertreiben.
Zumindest so lange, bis Gertrud ruft: „GUSTAV! DAS IST EIN LÖWE!“
Dann sind beide weg.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
