
Die hohe Kunst der Mitzieher-Fotografie – wenn Bewegung zur Malerei wird
Ein Gepard läuft durch die Wildnis Südafrikas. Die Landschaft verschwimmt zu waagerechten Pinselstrichen, während der Körper der Raubkatze weitgehend scharf bleibt.
Was aussieht wie ein Gemälde, ist das Ergebnis einer der anspruchsvollsten Techniken der Fotografie: der Mitzieher-Aufnahme!
Viele Fotografen glauben, ein verwackeltes Bild sei bereits ein gelungener Mitzieher. Doch zwischen zufälliger Unschärfe und bewusst gestalteter Bewegungsfotografie liegen Welten!
Die Kunst besteht darin, Bewegung sichtbar zu machen, ohne das Hauptmotiv darin zu verlieren.
Bei einem gelungenen Mitzieher verwandeln sich Gräser, Bäume, Steine und die gesamte Umgebung in fließende Linien. Gleichzeitig bleibt der wichtigste Teil des bewegten Motivs möglichst scharf.
Das klingt einfach. Ist es aber keineswegs!
Dieses Foto entstand heute Morgen auf unserer Fotosafari in Südafrika. Mit einer Belichtungszeit von unglaublichen 1/5 Sekunde – aus freier Hand!
Die Kamera musste der Bewegung des Geparden möglichst gleichmäßig folgen. Jede kleine Abweichung konnte die Aufnahme ruinieren.
Genau solche Herausforderungen gehören zu meinen Fotoworkshops weltweit.
Ob auf einer Fotoreise in Afrika oder beim Fotografieren auf Reisen in anderen Teilen der Welt: Wir wollen nicht einfach nur Tiere dokumentieren, sondern außergewöhnliche Kunstwerke erschaffen!
Ich erkläre unseren Teilnehmern die richtigen Kameraeinstellungen, Verschlusszeiten, Blenden und die entscheidende Technik der Kameraführung.
Dann wird ausprobiert, experimentiert und geübt. Und irgendwann gelingt dieser magische Moment, in dem aus Geschwindigkeit ein Kunstwerk wird!
Denn außergewöhnliche Tierfotografie ist kein Zufall. Sie ist das Zusammenspiel von Wissen, Erfahrung, Kreativität und Übung.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen.
