
Der Augenblick, in dem die Welle die Echse umarmt
Heute verlassen wir die Insel Isabela und fliegen weiter nach Santa Cruz. Doch bevor unser privater Flug startet, schenkt mir der Morgen noch eine kleine fotografische Begegnung.
Direkt vor unserer Unterkunft streifen die Meerechsen durch die Brandung des Pazifiks. Schwarze Körper auf dunklem Lavagestein, geformt von Evolution und Vulkanen. Sie wirken wie kleine Drachen aus einer anderen Zeit.
Ich habe mich eine Weile an den Strand gesetzt und gewartet. Immer wieder rollten die Wellen heran. Und immer wieder verschwanden die Echsen für einen Moment unter dem Wasser, wenn die Brandung über sie hinweg brach.
Genau auf diesen Augenblick habe ich gewartet.
Der Bruchteil einer Sekunde, in dem Wasser, Bewegung und Tier zu einem Bild verschmelzen. Wenn die Gischt hochspritzt und die Echse für einen Moment von der Kraft des Ozeans umhüllt wird.
Einige spannende Bilder sind dabei entstanden. Bilder voller Energie, voller Bewegung – und voller Leben.
Während ich nun am kleinen Flughafen von Isabela sitze und auf unser gechartertes Flugzeug nach Santa Cruz warte, schaue ich mir diese Aufnahmen an. Sie sind eine Erinnerung daran, dass manchmal schon eine einzige Stunde genügt, um einen besonderen Moment der Naturfotografie zu erleben.
Das Leben ist zu kurz für aufgeschobene Pläne, Ausreden und mittelmäßige Fotoreisen!


