Fotoreise Fotosafari Afrika Botswana Tansania Kenia 035

Savanna, die Königen der Savanne

Foto-Reise-Geparde_DSC0634-2

Bilder und ihre Geschichten

Savanna, die Königin der Savanne

Dies ist die Geschichte einer einzigartigen Raubkatze, die ich zehn Jahre lang persönlich kannte.
Auf einer meiner frühen Fotoreisen / Expeditionen durch Südafrika kam ich in ein Naturschutzreservat an der Grenze zum Krüger Nationalpark. Die Inhaber des privaten Wildschutzgebietes hatten zuvor ein Geparden-Mädchen bei sich aufgenommen und großgezogen. Als sie stark genug war, um für sich selbst sorgen zu können, wurde sie in die Wildnis freigelassen. Sie hat zwar im Busch gejagt und für sich selbst gesorgt, war jedoch sehr an Menschen interessiert und kam deswegen täglich zurück zur Lodge, wo sie großgezogen worden war. Sie liebte es, von den Inhabern und Besuchern des Reservates gestreichelt und fotografiert zu werden und schnurrte dabei wie eine Hauskatze. Es war toll zu beobachten, dass eine von Menschenhand großgezogene Katze die Hälfte des Tages ein Leben als erfolgreiches Raubtier und die andere Hälfte als niedliches Schoßtier verbringt.


Dieser Gepard wurde weit über die Grenzen Südafrikas bekannt und bald kamen Touristen aus aller Welt dahin, um die Großkatze zu bewundern, die ein Leben als "Halbtagsjäger" führte. Es wurden Fotoreisen dort hin angeboten, damit die Kollegen diese einzigartige Großkatze fotografieren konnten. Sie war so freundlich und umgänglich zu uns Menschen, ja sogar zu Kindern, dass man ihr nie hätte zutrauen können, dass sie in der Lage war, ein 200 kg schweres und wehrhaftes Gnu oder Zebra zu töten.  Gerade dieser Kontrast von zahm und doch wild hat viele Besucher fasziniert. Da ich mich mit den Inhabern des Reservates befreundete, konnte ich die Entwicklung dieser Raubkatze innerhalb von 10 Jahren mit verfolgen. Ich führte jedes Jahr mindestens eine Fotoreise durch dieses Reservat und konnte meine Freundschaft auch mit Savanna vertiefen. Irgendwann, relativ spät für eine Raubkatze, hat Savanna sich mit einem Gepardenmännchen aus dem Krüger Nationalpark gepaart und vier Babies bekommen. Inzwischen hatte Savanna eine große Fangemeinde zwischen den Touristen und den Fotografen, die immer wieder dahin kamen, um unter anderem auch Savanna zu sehen. Als ich die Nachricht erhalten habe, dass Savanna vier Babies bekommen hatte, flog ich nach Südafrika, um sie und ihre Babies zu bewundern. 

Foto-Reise-Geparde_DSC0634

Als ich dort ankam, waren sie die meiste Zeit zu fünft in einem sehr großen Gehege untergebracht. Vorher waren sie draußen in der Wildnis. Die Inhaber des Reservates hatten jedoch Angst, dass die Jungtiere durch andere Raubtiere getötet werden könnten. Deswegen wurden Savanna und ihre Kinder die ersten Monate ihres Lebens in einem Gehege untergebracht. Die Jungtiere sollten dort schnell kräftig und erfahrener werden, bevor sie wieder in die Wildnis gehen sollten. Während dieser Zeit habe ich meine Fotoreise dort verlängert und die Familie eine Zeit lang fotografisch begleitet. Es war herrlich zu sehen, wie liebevoll Savanna mit ihren, vom Spiel getriebenen Kindern, umging und wie entspannt sie war, obwohl ich oft mehrere Stunden am Tag bei ihnen saß und sie beobachtete oder fotografierte. Es waren für mich sehr lange und heiße Tage, an denen ich unter der glühenden Sonne bei diesen wunderbaren Tiere saß und stundenlang nichts weiteres tat, als diese Geparden-Familie zu beobachten. Nach relativ kurzer Zeit während dieser Fototour war ich für die Geparde ein Familienmitglied. Savanna kannte mich sowieso seit 10 Jahren und die Kinder haben mich gerne aufgenommen, da ich ein guter Spielkamerad war, der nicht so schnell laufen konnte, wie sie selbst. Oft lag ich oder saß ich im Gras neben den Tieren und durfte für die Jungtiere den "Termitenhügel" spielen. Sie kletterten auf meinen Kopf oder auf meine Schulter, um von dort aus eine bessere Sicht zu haben oder einfach dort zu liegen. Dann hieß es für mich, mich die nächsten 10 Minuten nicht zu bewegen, damit die Tiere es sich auf meinem Kopf gemütlich machen konnten. Manchmal forderten sie mich auf, mit ihnen zu spielen oder hinter ihnen her zu laufen und manchmal kuschelten sie sich an meinem Körper und wollten einfach gestreichelt werden.
Es war eine äußerst emotionale, herrliche, bildende und interessante Foto-Safari in meinem Leben. Während dieser Zeit habe ich viel mehr über Geparde gelernt, als all die Jahre zuvor, in denen ich das Verhalten dieser Tiere theoretisch (aus den Biologiebüchern) oder aus der Distanz auf Safaris studiert hatte.
Irgendwann ist jede Fotoreise zu Ende und ich musste wieder zurück nach Deutschland. Zuhause angekommen, stellte ich fest, dass diese Foto-Safari aus fotografischer Sicht sehr erfolgreich war. Ich war mit meiner Fotoausbeute zufrieden und hatte nun jede Menge Erinnerungsbilder von meiner Freundin Savanna und ihren Kindern.
Einige Monate später waren die Jungtiere schnell und stark genug, um in der Wildnis überleben zu können. Die Ranger und die Inhaber des Reservates beschlossen, die Tiere wieder der Wildnis zurück zu geben. Sie wurden frei gelassen, jedoch immer wieder aus der Ferne beobachtet, ob alles noch funktioniert. Eine Weile ist alles gutgegangen, bis eines Tages die Gepardenfamilie im Busch Löwen begegnete. Löwen sind die größten Feinde der Geparde in Afrika. Savanna wollte ihre Jungtiere vor den Löwen schützen und hat leider diese Herausforderung mit ihrem Leben bezahlt.
Als ich die Nachricht erhalten habe, dass Savanna von Löwen getötet worden war, hatte ich das Gefühl, ein Familienmitglied oder einen guten Freund verloren zu haben. Tränen strömten mein Gesicht hinunter und ich brauchte sehr lange, bis ich meine Trauer verarbeitet hatte. Von den vier Geparden-Kindern überlebten später drei und sie leben alle in dem Reservat, wo ihre Mutter einst eine sehr beliebte Königin war. Ich werde Savanna immer vermissen!
Ihr Erbe wird jedoch immer in ihren zauberhaften Kindern weiter leben!

Herzliche Grüße


Ihr Benny Rebel

Übrigens: Wenn auch Sie gerne einmal zusammen mit Benny Rebel auf eine Fotoreise gehen möchten, klicken Sie bitte hier >>> Auf Fotosafari mit Benny Rebel.

Fotoreise-Benny-Rebel