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TIER BILD Januar 2005


Ein Dickschädel auf Ausbrechertour

Ein Elefant mit Temperament muß umziehen. Ein Naturfotograf war dabei

Von Benny Rebel ( Text und Fotos)

Ein Elefanten- Bulle steckt mit 18 Jahren mitten in der Pubertät. Temba war in dieser Rabaukenphase, als ich ihn in Südafrika im Tshukudu - Reservat kennenlernte. Der gewichtige Jungspund ( ca.6 Tonnen) war gerade dabei, seine Kräfte zu entdecken. Aus Jux und Dollerei hatte er schon mehrfach ein Camp verwüstet. Eines Nachts brach der Bulle aus dem Reservat aus und trieb sein Unwesen im Nachbarreservat. Ihn zurückzuholen ergab keinen Sinn, weil er wieder ausbrechen würde. Es blieben nur zwei Möglichkeiten: Entweder mußte Temba erschossen oder umgesiedelt werden. Den Tod wollte der Reservatsmanager natürlich auf jeden Fall verhindern. Also mußte Temba umziehen. Die Vorbereitungen dauerten mehrere Tage: Genehmigungen mußten eingeholt, ein Tierärzte- und Transport-Team organisiert werden. Temba blieb solange im Nachbarreservat. Damit er dort nicht zuviel Unsinn anstellte, wurden Leon (24), ein Ranger-Azubi, und ich mehrere Nächte als Aufpasser abgestellt.
Es ist ein unbeschreiblich beängstigendes Gefühl, in der Dunkelheit in einem offenen Geländewagen zu sitzen und einen Elefanten zu beobachten, während im Hintergrund die Löwen grölen. Einmal mußten wir Temba nachts zu Fuß verfolgen, einmal überraschte uns ein brüllendes Löwenmännchen in der Dunkelheit, die Nacht darauf eine Herde vorbeiziehender Elefanten. Wir starben 1000 Tode in diesen Nächten, doch für Temba hat es sich gelohnt: Er fand ein neues Zuhause in einem anderen Reservat.

So zieht ein Elefant um

  1. Ein Hubschrauber treibt Temba in ein übersichtlicheres Gebiet, in dem er leichter eingefangen und transportiert werden kann.
  2. Ein Tierärzteteam narkotisiert den Bullen mit einem Betäubungsgewehr und sorgt für medizinische Überwachung.
  3. Das schlafende Tier wird mit Kränen auf einen Elefantentransporter gehoben.
  4. 14 Stunden später erreicht Temba sein neues Zuhause. Metallcontainer werden in Zukunft verhindern, daß er wieder ausbricht.