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Bild am Sonntag 16.07.06

Bitte recht freundlich!

Kein anderer traut sich an wilde Tiere so dicht heran wie Fotograf Benny Rebel.

Das Ergebnis: dramatisch schöne Bilder

Benny Rebel formt mit seinen Händen einen Hohlraum, bläst kräftig hinein, öffnet die Hände mit einem Ruck und lässt das Geräusch in einem hohen Ton enden.

„Damit verschafft sich ein Nashornbulle Respekt“, erklärt er. „Wenn andere Nashörner diesen laut hören, laufen sie weg“. Der 37-Jährige Tierfotograf, dem besonders die aussterbenden Arten am Herzen liegen, weiß nicht nur, wie man ein Nashorn verjagt.

Er wurde schon von Leoparden angegriffen, von Elefanten verfolgt und beinahe von einer Kobra gebissen. Seine Lebensversicherung: Schon als Junge studierte er das Verhalten von Tieren, weiß, wann sie entspannt oder nervös sind – oder gleich angreifen. Und wie man mit diesen Stimmungen umgeht.

„Wenn ein Berggorilla wütend wird, während ich ihn fotografiere, muss ich mich total unterwerfen und klein machen, darf ihm nicht in die Augen schauen“, sagt Benny Rebel. „Mache ich das gleiche bei einem Löwen, ist das mein Todesurteil. Ihm muss ich Stärke demonstrieren, den muss ich zusammenschreien, damit er mich in Ruhe lässt“. Ja, Rebel hat auch diese Situation erlebt.

„Das Verhalten der Tiere einschätzen zu können, ist bei meiner Arbeit noch wichtiger als die Bedienung der Kamera“, sagt er. Sein Markenzeichen sind Bilder von wilden Tieren, die er aus nächster Nähe mit Superweitwinkel und vorzugsweise in der afrikanischen Wildnis schießt: „Manchmal bin ich nur 30 Zentimeter von einem Nilpferd oder Geparden weg, wenn ich auf den Auslöser drücke“.

Keine Frage: Rebel lebt gefährlich. Denn wilde Tiere sind – bei aller Vorsicht nur begrenzt berechenbar. Der Fotograf, der im Iran geboren wurde und seit 19 Jahren in Hannover lebt, weiß das: „Ich bin nie leichsinnig. Trotzdem mache ich vor jeder Reise mein Testament“.

Benny Rebel, der u. a. schon zweimal als bester Naturfotograf ausgezeichnet wurde, ist fast immer allein unterwegs. Hat nur seine Ausrüstung und ein Zelt bei sich. Und eine 1,5 Meter lange Stange, an der er seine Kamera befestigt, wenn er Raubkatzen fotografiert. „Wenn sie angreifen, dann das nächste Objekt vor ihrer Nase – also die Stange. In dem Moment, wo sie danach schlagen, ziehe ich mich zurück, mache keine Fotos“. Selbst wenn er bequem im Hotel schlafen könnte, verbringt Rebel, dessen Vorbild Heinz Sielmann (88) ist, die Nächte am liebsten in der Wildnis – wie z. B. im Krüger-Nationalpark in Südafrika. „Für die Tiere rieche ich noch meterweit nach Mensch und vor Menschen haben sie Angst“, sagt er. Darum hat er selbst keine. „Außerdem bin ich in meinem Zelt sicherer als in jeder Ecke Johannesburgs!“