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Kuba-Reisebericht 2013

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(Benny Rebel vor dem Plakat von Ernesto Che Guevara. Auf dem Plakat steht: "All unser Handeln ist ein Schlachtruf gegen den Imperialismus")


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Hallo liebe Freunde!
Meine spontane Kubareise ist vorbei und ich muss sagen, diese Karibikinsel hat mir gut gefallen. In diesem Bericht schreibe ich einige Zeilen über meinen ersten Eindruck von diesem  schönen Land. Das Erste, was mir sofort aufgefallen ist, war die Tatsache, dass hier nur ein Bruchteil der Bevölkerung ein Handy benutzt. Das Telefonieren, Simsen und Surfen mit Handys hat auf Kuba noch nicht das soziale Leben versaut und die Menschen nehmen sich viel Zeit, um persönlich miteinander zu sprechen. Selbst in der Großstadt Havanna hat man das Gefühl, dass jeder jeden kennt. Die Menschen sind sehr freundlich, lebensfroh und offen. Vielleicht deswegen, weil sie noch nicht den amerikanischen Weg des Lebens gewählt haben und nicht den Sinn ihres Daseins in einer Profitoptimierung sehen. Es ist zu beobachten, dass auch die Kubaner hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen; jedoch scheint es mir, als würde hier alles etwas relaxter und humaner laufen, als in anderen Ländern. Auch hier gibt es Leute, die uns Touristen als Geldquelle ansehen, die sie unbedingt anzapfen möchten; jedoch ziehen sie uns auf eine sehr liebenswürdige Art und Weise über den Tisch.

 

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(Playa del Este - Einer von Kubas Stränden)


Kubaner lieben die Musik und vor allem live gespielte Musik. Fast jedes Restaurant,  Hotel, jede Bar oder Kneipe hat eine eigene Band, die musikalisch ihre Gäste verwöhnt. Wenn man durch Havanna läuft, hört man fast aus jedem Haus Salsa, Merengue, Reggaeton und Reggae die Straßen beschallen. Selbst alte Frauen und Männer hören laute Musik, während sie auf ihren Schaukelstühlen vor ihren Haustüren sitzen und wippen. Jedes Hallo wird freundlich mit einem Lächeln erwidert und man wird ständig eingeladen, sich das Haus, den Laden oder die Kinder der Familie anzuschauen.
Anschluss zur Bevölkerung und Freundschaften kann man hier viel schneller finden, als in vielen anderen Ländern der Welt. Das Leben findet draußen auf Kubas Straßen statt und gleichzeitig bekommt man einen Einblick in die Häuser, weil die Türen der meisten Häuser offen sind. Jeder Passant sieht direkt ins Wohnzimmer oder in die Küche der Hausbesitzer und es scheint, dass hier niemand etwas zu verstecken hat.
Benny-Rebel-Fotoreise-Kuba DSC2748Kuba ist eines der sichersten Länder der Welt und der Reisende ist nicht gezwungen, so viele Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, dass er seine Reise nicht mehr genießen kann. Für mich war es herrlich, zu wissen, dass ich mich Tag und Nacht überall bewegen kann, auch mit einer Kamera in meiner Hand, ohne dass ich Angst haben muss, wegen meinen Wertsachen überfallen oder gar getötet werden  zu können. Es ist schön, sich frei bewegen zu können. Die niedrige Kriminalitätsrate hat sicherlich etwas damit zu tun, dass die Kubaner sehr sozial erzogen werden. Dadurch, dass die Medien auf Kuba keine Konsumgesellschaft promoten, wie es z.B. in den USA der Fall ist, wird der Fokus der Menschen auf andere Werte verlagert. Dies hat zur Folge, dass Menschen sich nicht als unglücklich empfinden, wenn sie keine Luxusgüter besitzen. Und dies wiederum hat zur Folge, dass die Kubaner weniger stehlen als andere Völker der Welt.
Dann ist mir aufgefallen, dass die Männer den Frauen ständig hinterher pfeifen und ihnen Komplimente machen. Dies ist eine Spezialität aller Männer, die auf den karibischen Inseln leben. Die Frauen verstehen diese Pfiffe als Komplimente und es scheint, dass sie sich nicht daran stören. Selbst uralte Männer pfeifen hinter den Frauen her.
Die Frauen bekleiden sich oft sehr sexy und die Röcke sind immer die kürzesten, die eine Frau überhaupt tragen könnte. Auch Staatsbedienstete wie die Polizistinnen tragen Miniröcke.
Kuba ist einzigartig. Die Kultur der Menschen, die Häuser, die Oldtimer-Autos, die Musik und die Mode sind hier sehr viel anders als woanders. Und genau das macht den Charme dieses Landes aus.

 

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(Die Häuser auf Kuba sind oft sehr liebevoll bunt gestrichen - Ein Ausdruck der Lebensfreude)


Rassismus spielt auf dieser Insel keine sichtbare Rolle - die Bevölkerung ist so bunt gemischt, dass man auf den Straßen sämtliche Hautfarben und Gesichtszüge sieht, die unser Planet zu bieten hat. Der Umgang miteinander ist respektvoll und freundlich. Durch die Mischung von verschiedenen Rassen sind sehr viele hübsche Menschen geboren und somit kann man die Kubaner als ein ansehnliches und attraktives Volk bezeichnen.
Benny-Rebel-Fotoreise-Kuba DSC2240Eine weitere Sache, die mir hier positiv auffiel, war die folgende Tatsache: Man trifft auf Kuba viele Intellektuelle aus aller Welt, mit denen man tiefsinnige Gespräche führen kann. Ich habe die Geschichte der kubanischen Revolution gelesen, als ich 11 Jahre alt war und ich war davon begeistert. Vor allem Ernesto Che Guevara, der Freiheitskämpfer hat mich begeistert, der hier auf Kuba als Volksheld Nummer 1 gilt. Seit seiner Ermordung 1967 ist sein revolutionärer Geist kein bisschen schwächer, sondern eher stärker geworden. Fotos von Che Guevara schmücken die Straßen, Wohnzimmer und Autos der Menschen und zwar nicht nur auf Kuba. Er hat mittlerweile einen Kultstatus erreicht, mit dem sich nicht nur die Intellektuellen und Freidenker identifizieren, sondern mit dem man auch Geld erwirtschaften kann. Weltweit, jedoch ganz besonders auf Kuba werden verschiedene Artikel mit Che Guevaras Bildern produziert und verkauft. Somit hilft der Revolutionär nach seinem Tod den Kubanern, Geld zu verdienen. Che Guevara und sein revolutionärer Geist sind auch immer wieder Gegenstand der Gespräche, wenn man auf Kuba Menschen trifft, die mehr im Kopf haben, als nur den kubanischen Rum und die Zigarren, die wohl zu den besten der Welt gehören.
Kuba ist für Fotografen ein Paradies! Es gibt hier so viele Motive, dass ich hätte mühelos täglich Tausende von Bildern aufnehmen können. Die äußerst fotogenen und interessanten Menschen, die vielen einzigartig noch fahrenden Limousinen-Oldtimer, die alten Häuser und die bunten Villen, die schönen Strände und noch vieles mehr bieten eine Fülle von erstklassigen Motiven.
Das klingt alles zu schön, um wahr zu sein? Nun, alles bisher Geschriebene ist wahr; jedoch gibt es auch andere Dinge, worüber ich gerne berichten möchte, damit mein Artikel etwas vielseitiger wird.
In Kuba gibt es nicht nur "Friede, Freude und Eierkuchen". Vor allem die Wirtschaft des Landes schwächelt und dies hat natürlich Armut zur Folge. Viele Güter des täglichen Gebrauchs, die für uns in Europa selbstverständlich sind, stellen für die Kubaner Luxusgüter dar, die nicht jeder sich leisten kann.
Dieser Missstand hat zwei Hauptursachen:
Benny-Rebel-Fotoreise-Kuba DSC2430Erstens: Das Missmanagement der sozialistischen Planwirtschaft und zweitens: Die Wirtschaftsblockade durch die USA.
Kubas Geschichte ist voller Leid und Kriege. Mit der Reise des Christopher Columbus nach Kuba im Jahre 1492 hat das Unheil das Land besucht. Die Spanier ermordeten die Ureinwohner und sie schleppten Krankheiten ins Land ein, die dazu führten, dass über 99% der ursprünglichen Bevölkerung vernichtet wurde.
Später wurden unzählige Sklaven aus Afrika nach Kuba gebracht, damit sie die Reichtümer der Zuckerplantagenbesitzer erarbeiten konnten. In den darauffolgenden Jahrhunderten gab es immer wieder Revolten und kriegerische Auseinandersetzungen, bis  sich Kuba 1959 durch die Revolution zu einem sozialistischen Staat entwickelte.
Die Revolutionäre unter der Führung von Fidel Castro, seinem Bruder Raúl und Che Guevara hatten endgültig die Nase voll von Ungerechtigkeiten und wollten vorerst Kuba und dann Südamerika von dem "Raubtier-Kapitalismus" befreien. Es war an der Zeit, mit der Unsitte Schluss zu machen, dass wenige Reiche und Korrupte fast alles besaßen und das Volk so gut wie nichts.
Die Grundidee war sehr nobel und die Revolution gelang. Das Land entfernte sich vom Kapitalismus und durch die Enteignungen, Verstaatlichungen und Landreformen kam es zum Bruch mit den USA. Daraufhin haben die USA seit den 60er Jahren mit allen Mitteln versucht, die Revolution, die Revolutionäre und  die Kubaner in die Knie zu zwingen, was ihnen bis heute nicht gelungen ist. Durch die bis heute andauernde US-Wirtschaftsblockade haben die Kubaner viel gelitten; jedoch in die Knie sind sie nie gegangen. Die feindselige Einstellung der USA war einer der Gründe, warum Kuba sich wirtschaftlich nicht all zu weit entwickeln konnte.

 

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(Auf Kuba sieht man überall alte Autos, Fahrräder und Pferdekutschen, die zum Transport benutzt werden)


Der zweite Grund der wirtschaftlichen Misere auf Kuba liegt aus meiner Sicht im Staatssystem.
Der klassische Sozialismus konnte niemals auf der Erde realisiert werden, weil die Designer der sozialistischen Planwirtschaft die Gier in uns Menschen unterschätzt haben, die leider in unseren Genen verankert ist. Der Mensch möchte immer mehr, egal wie viel er bereits besitzt. Und genau dies steht im Dauerkonflikt mit der kommunistischen Idee der Führung einer Gesellschaft. Diese Lektion haben alle sozialistischen Staaten gelernt und nun findet seit etwa Mitte der achtziger Jahre ein Wechsel statt. Länder wie Kuba, Russland und China haben gemerkt, dass die Menschen sich über lange Zeit nicht so führen lassen wollen. Also scheiterte der Plan eines rein sozialistisch geführten Staates weltweit in allen Ländern, die diesen Weg gingen.
Was ist jedoch der Ausweg? Etwa der Kapitalismus? Meine Antwort lautet "nein".
Benny-Rebel-Fotoreise-Kuba DSC2877Der Kapitalismus ist ebenso am Ende. Zustände wie es sie in den USA gibt, würde ich keinem Land wünschen. Wenn nur die Wirtschaft diktiert, wie eine Gesellschaft zu funktionieren hat, dann haben weder die Menschen, noch die Natur eine Bedeutung oder eine Zukunft.
In den USA ist der Unterschied zwischen Reich und Arm gewaltig und die Ungerechtigkeit hat ihren Höchststand. Dieses ungerechte System hilft nur wenigen in der Gesellschaft und deswegen ist es weder gut, noch wird es lange überleben, da die Armen irgendwann ihr Recht verlangen und das System ändern werden. Kapitalistische Systeme fördern ebenso die Kriminalität, da die armen Menschen sich von den Regierungen im Stich gelassen fühlen und irgendwann auch die Gesetze nicht mehr respektieren. Wenn Gesetze nur gemacht werden, damit Reiche noch reicher werden, dann gibt es für die Armen keinen Grund, diesen Gesetzen zu folgen. Wo dies hinführt, sehen wir z.B. in den Kriminalstatistiken, die in den USA jährlich veröffentlicht werden.
Mein persönlicher Favorit zwischen den Staatsformen ist die soziale Marktwirtschaft, wie wir sie noch in Deutschland haben. So werden die Menschen belohnt, die viel Eigeninitiative zeigen und gut arbeiten, ohne die Armen und Schwachen der Gesellschaft verhungern zu lassen. In den letzten Jahren wurde leider sehr viel von unserem sozialen Staat dem Wohlhaben der Wohlhabenden geopfert und wir haben uns immer mehr vom sozialen Miteinander entfernt und uns dem Kapitalismus angenähert. Unser im Vergleich gerechtes Staatssystem in Deutschland gerät langsam außer Balance und der "Raubtier-Kapitalismus", zu dem wir uns zur Zeit bewegen, wird nur dazu führen, dass die Schere zwischen Reich und Arm noch größer werden wird. Ich hoffe sehr, dass uns dieses schreckliche Ende erspart bleibt. Eine Entwicklung in Richtung US-Kapitalismus, den ich als Raubtier-Kapitalismus bezeichne, würde viele humane Maßnahmen und Gesetze eliminieren, die wir noch in Deutschland und einigen anderen Staaten haben. Bei den kommenden Wahlen haben wir die Möglichkeit, diese seit Jahren andauernde Bewegung zu stoppen! Denken Sie bitte daran, bevor Sie zur Wahl gehen!  

 

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(Kuba ist ein Paradies für Fotografen. Das bunte Leben der Inselbewohner bietet eine Fülle an erstklassigen Motiven)


Nun zurück zu meinem Reisebericht:
Meine Kubareise war für mich sehr bildend, schön und interessant zugleich. Es tat mir sehr gut, ein Land zu entdecken, welches so erfrischend anders ist - eine Insel, die eine sehr bewegte Geschichte hinter sich hat. Kuba hat liebenswürdige und lebensfrohe Menschen und noch so viel mehr zu bieten. Es ist ein Land, welches ich wärmstens weiterempfehlen kann.

Hier noch ein Hinweis für die Fotofreunde: Auf dieser Kubareise hatte ich zum ersten Mal keine Spiegelreflexkameras dabei. Alle Fotos, die Sie hier sehen, sind mit der kleinen Sony RX-100 aufgenommen.
Herzlichst
Ihr Benny Rebel

 

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