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Krüger Nationalpark

Faszination Krüger Nationalpark (Südafrika)


15m Abstand zu einem Löwenrudel. Ich sitze im Gras zwischen zwei Wildhütern. Sie bieten mir Schutz auf meiner Fotosafari. Wir sind zu Fuß unterwegs. Plötzlich kommt ein männlicher Löwe auf uns zugerannt. Ich spüre die Urangst in meinem Körper. Mein Atem stockt. Soll ich den Auslöser drücken, oder lieber die Kamera fallen lassen und weglaufen? Die Wildhüter stehen auf. Das Gewehr schussbereit. Gott sei Dank schaffen sie es, den Löwen durch lautstarkes Schreien aufzuhalten. Ich bekomme das Signal zum Rückzug. Wir sind den Löwen doch etwas zu nahe gekommen. Dieser Adrenalinschock hat mir so gut gefallen, dass es mich fünfmal in den Jahren 1998 und 1999 in den Krüger Park gezogen hat. Nashörner, Elefanten, Büffel, Löwen und Leoparden (die berühmten Big Five) sind hier zu Hause. Soweit man sehen kann unberührte Natur, endlose Savannen und Steppen, durch die unzählige Herden von Wildtieren streifen. Sie sind stets auf der Suche nach Wasserstellen und Nahrung. Mit einem geübten Auge und etwas Glück, bekommt man hier oft edle Raubtiere vor die Linse. So habe ich schon mehrmals Löwen, Geparde, Wildhunde und Leoparden fotografieren können.

Die besten Aufnahmen gelingen jedoch vom Auto aus, da man viel mehr Equipment mitnehmen kann. Außerdem braucht man keine Angst zu haben, von gefährlichen Tieren attackiert zu werden, weil sie das Fahrzeug weder als Feind, noch als Beute betrachten. Der optimale Mietwagen für uns Tierfotografen ist ein Geländewagen. Da aber deren Miete sehr hoch ist, kann man auch einen Toyota Venture mieten. Man sitzt im Venture genau so hoch wie in einem Geländewagen. Das ist wichtig für die Tiersuche, da man so das Gelände besser überblicken kann. Der Innenraum des Ventures bietet sogar mehr Platz, als die meisten Geländewagen. Zudem kostet er nur die Hälfte, weil er keinen Allradantrieb aufweist. Das soll keine Werbung für Toyota sein, sondern nur ein Tipp, günstig und gut zu reisen. Fahrzeuge verschiedener Hersteller können direkt im Hauptcamp „ Skukuza“ gemietet werden.


Es gibt insgesamt über zwanzig Camps im Krüger Nationalpark (KNP), die ganzjährig Unterkünfte jeder Preisklasse anbieten. Zelten ist in den meisten Camps möglich. In einem Park mit einer Größe von 1,9 Millionen Hektar (das entspricht etwa dem Staatsgebiet Israels) ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Der KNP ist etwa 350 km lang. Auf den geteerten Strassen darf man max. 50 km/h fahren. Deswegen braucht man ca. sieben bis acht Stunden, um von Süden nach Norden zu gelangen. Das sind allerdings nur theoretische Angaben, denn man schafft es so gut wie nie, diese Strecke an einem Tag ohne Hindernisse zu durchfahren. An einer Stelle blockieren Elefanten die Strasse, an einer anderen sitzt ein Löwe am Straßenrand, umzingelt von zwanzig Autos, deren Insassen das Tier beobachten wollen. Dadurch versperren sie die komplette Strasse. Eine andere Ursache für den zähfließenden Verkehr können Paviane sein. Sie sind die Artisten der Savanne und sorgen stets für gute Laune. Sie springen oft auf Autodächer und betteln um Futter. Das ist lästig und kann bei offenen Fenstern auch gefährlich werden.

 


Gezielt fotografieren:

Wenn ich Affenbrotbäume in traumhafter Umgebung, weite Landschaften, Vögel, Elefanten oder Geparde fotografieren möchte, fahre ich in den Norden des KNP. Die dortige Vegetation ist nicht so dicht bewachsen, wie im Süden. Daher ist es leichter, z.B.Vögel zu entdecken. Elefanten und Geparde ziehen es vor, sich im offenen Gelände, sogenanntes Grasland, aufzuhalten. Affenbrotbäume kommen nur im Norden vor. Die Landschaft hier ist einfach überwältigend. Vielfältiger und tierreicher ist es dagegen rund um das Skukuza Camp, welches sich im mittleren Bereich des KNP befindet. Das Angebot an „ Tiermodels „ ist groß. So muss man ständig anhalten, um das nächste Tiererlebnis zu fotografieren. Schon mehrmals habe ich hier Leoparden entdeckt, die eigentlich sehr schwer zu finden sind. Die Tierfotografen bezeichnen diese Gegend als deren Paradies und das sicherlich zu Recht. Naturfotografen aus aller Welt kommen hierher. 147 Säugetierarten, 507 Vogelarten, 114 Reptilienarten u.v.m. stehen vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang Model. Umgerechnet auf die Fläche des Krügerparks leben hier mehr Greifvögel, als an jedem anderen Ort der Welt, darunter allein 15 Adlerarten.

Tipps für Naturfotografen:

Für den KNP brauchen Sie kein Tarnzelt, denn Sie dürfen außerhalb der Camps Ihr Fahrzeug sowieso nicht verlassen. Es empfiehlt sich jedoch, ein Tarnnetz mitzunehmen. Dieses können Sie beim Fotografieren vor das Fenster hängen. Dadurch erkennen die Tiere keine menschlichen Silhouetten im Auto, die sie erschrecken könnten. Ein Scheibenstativ erspart den Ärger mit verwackelten Aufnahmen. Als Alternative kann auch ein Bohnen- oder Reissack auf das heruntergekurbelte Fenster gelegt werden, um Kamera und Objektiv zu stützen. Ein ausreichender Regenschutz ist für die Ausrüstung, vor allem zur Regenzeit, unerlässlich. Eine gute Kameraversicherung ist ratsam, besonders für Fotografen mit teurem Equipment. Filmmaterial ist in fast allen Camps erhältlich, jedoch die Preise sind deutlich höher und die Auswahl wesentlich geringer als in Deutschland. Hinzu kommt, dass die Art und Dauer der Filmlagerung manchmal nicht optimal ist. Als Ersatz sollten Sie auf alle Fälle eine zweite oder gar dritte Kamera mitnehmen. Dies gilt auch für die Lieblingsbrennweiten bei den Objektiven. Die Quote bei meinen Reisen ist ein defektes Objektiv bei jeder zweiten Reise. Hohe Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen oder Sand können die Ursache gewesen sein.

Weitere Hinweise:

Malariaprophylaxe ist unbedingt notwendig. Auch Billharziose ist inzwischen in fast allen Flüssen zu finden. Jedoch, gut informiert und vorbereitet, ist der Krügerpark zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Schon Paul Krüger (ehemaliger Präsident Südafrikas, nach welchem der Park benannt wurde) erkannte bereits vor etwa 100 Jahren die Schönheit dieser Landschaft mit all seiner Flora und Fauna. Deshalb machte er es sich zur Aufgabe, dieses kleine Paradies unter besonderen Schutz zu stellen. Hier seine eigenen Worte: „ Wenn es mir nicht gelingt, dieses kleine Stück Land unter Schutz zu stellen, werden unsere Enkelkinder nicht mehr wissen, wie ein Kudu, eine Elandantilope oder ein Löwe aussieht“.


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